Wenn deine Upwork- oder Fiverr-Einnahmen von Quartal zu Quartal stark schwanken, lohnt sich ein Blick auf deine Einkommensteuer-Vorauszahlungen — sie lassen sich anpassen, statt sie einfach hinzunehmen.
Anders als das US-amerikanische System der selbst berechneten vierteljährlichen Steuerzahlungen setzt in Deutschland das Finanzamt deine Einkommensteuer-Vorauszahlungen fest — üblicherweise basierend auf dem Ergebnis deiner letzten Steuererklärung, fällig jeweils zum 10. März, Juni, September und Dezember.
Wächst dein Upwork- oder Fiverr-Geschäft schnell, können die vom Vorjahr abgeleiteten Vorauszahlungen deutlich zu niedrig sein — was am Jahresende zu einer hohen Nachzahlung plus Nachzahlungszinsen führen kann. Bricht dein Geschäft dagegen ein, zahlst du unnötig zu viel im Voraus, obwohl das Geld anderswo gebraucht würde.
Eine Anpassung der Vorauszahlungen — nach oben wie nach unten — kannst du formlos oder über ELSTER beim zuständigen Finanzamt beantragen, mit einer plausiblen Begründung und Schätzung des voraussichtlichen Jahresergebnisses. Bei deutlich gestiegenen Einnahmen ist eine freiwillige Erhöhung oft sinnvoller, als am Jahresende eine große Nachzahlung samt Zinsen zu riskieren.
Um eine realistische Schätzung für den Antrag abzugeben, hilft eine laufend aktualisierte Übersicht deines Gewinns aus allen Plattformen — nicht erst die einmalige Zusammenstellung am Jahresende.
Nein, in Deutschland setzt das Finanzamt die Höhe fest — du kannst aber jederzeit eine Anpassung nach oben oder unten beantragen, wenn sich deine tatsächliche Einkommenssituation ändert.
Reine Nachzahlungen an sich sind nicht strafbewehrt, aber ab einer bestimmten Frist fallen Nachzahlungszinsen an — eine rechtzeitige Anpassung kann das vermeiden.
Ja, ein Antrag auf Herabsetzung ist ebenso möglich wie eine Erhöhung, sofern die tatsächliche Entwicklung das rechtfertigt.